Aktuelles zum Mainburger Krankenhaus

Hier die Stellungnahme von Kreisrätin Christiane Lettow-Berger:


Seit Jahren, in denen die Problematik der Finanzierung unseres Gesundheitssystems, unserer Krankenhäuser immer dramatischer wurde, beschwören wir immer die Solidarität mit unseren Kommunalen Krankenhäusern. Natürlich wäre es wunderbar, wenn wir beide Krankenhäuser im Landkreis als Grundversorgungshäuser weiter betreiben könnten. Aber die Entwicklung ist seit Jahren eine andere: um die ausufernden Kosten in den Griff zu bekommen, sollen Betten abgebaut, die medizinische Versorgung soll in großen Häusern zentralisiert und spezialisiert werden. Medizinischer Fortschritt, die demographische Entwicklung, Vorhaltekosten, die Möglichkeiten für zunehmende Ambulantisierung … das zu finanzieren wird immer schwieriger. Dazu kommen –  bundesweit auch an großen Häusern –  personelle Engpässe, die dazu führen, dass ganze Abteilungen können wegen fehlendem Personal nicht mehr betrieben werden können. Es fehlen Fachärzte, Pflegepersonal und Chefärzte.

Es ist bewundernswert wie die Mainburger*innen für den Erhalt ihres Krankenhauses kämpfen, eines Krankenhauses, das bereits 2007 an die Ilmtalklinik angeschlossen wurde, weil der Landkreis die Kosten nicht mehr stemmen konnte. Die Entwicklung ging weiter, vieles in Mainburg hat sich leider gegen den Standort entwickelt. In diversen Sitzungen wurde der Kreistag informiert, schließlich hat sich die Mehrheit des Kreistages Kelheim zum Nabe-Speichen-Modell entsprechend der Empfehlung des PWC-Gutachtens durchgerungen, das für Mainburg ein Sektorenübergreifendes Versorgungszentrum (kurz SÜV) vorsieht.

In der letzten Kreistagssitzung wurde eindringlich erklärt, dass diese Versorgungszentren vollkommen anders finanziert werden als ein Krankenhaus und die Beantragung von Leistungsgruppen keine Rolle spielt. Am 8.1. hat sich der Stadtrat Ingolstadt erneut zum Naben-Speichen-Modell bekannt. Herr Engehausen vom CSU-Vorstand Ingolstadt hat sich dennoch damit durchgesetzt, Leistungsgruppen zu beantragen. Allgemeine Innere und einfache Intensiv könnten mit viel Glück durchgehen, setzen aber eine Kooperation mit der Chirurgie der Ilmtalklinik voraus.  Interventionelle Kardiologie, Geriatrie und  Intensivmedizin sind personell und finanziell völlig utopisch. Ich halte das Festhalten an der Beantragung für widersprüchlich und der Bevölkerung gegenüber unehrlich, aber anscheinend hat man im Wahlkampf Sorge, die Realität zu benennen. Der Frust bei den Menschen wird umso größer sein, wenn sie im kommenden Jahr merken, dass es in eine andere Richtung geht. Das Gesundheitsministerium hat endlich einen Krankenhaus-Plan aufgestellt, der für Mainburg ein SÜV vorsieht und unerlässlich ist für Verlässlichkeit und Planbarkeit. Auch die Kelheimer FW haben das inzwischen erkannt. Allerdings ist ihr Antrag sehr widersprüchlich.

Für uns ist eines selbstverständlich: Eine angemessene  medizinische Versorgung muss in Mainburg jetzt und in Zukunft gewährleistet sein, dafür muss sofort alles getan werden. Ein SÜV garantiert genau das und zwar auf Dauer. Das Krankenhaus noch eine Weile weiterzuführen, würde dagegen das Problem nur für kurze Zeit aufschieben. Die Alternative ist eigentlich nicht Krankenhaus oder SÜV, sondern SÜV oder nichts.


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