Hofführung bei Markus und Rita Dillinger in Einmuß:
Das Engagement und die Begeisterung des Landwirts für die Weidehaltung ist beeindruckend. Er ist Experte auf dem Gebiet und kann sehr gut erklären und Zusammenhänge darstellen. Dadurch war diese Führung überaus interessant und bereichernd.
Seine 64 Milchkühe sind von März bis September Tag und Nacht draußen und kommen nur zweimal täglich zum Melken heim. Ihr Futter wächst von selbst und den Dünger für die Weide liefern sie nebenher. Sie müssen sich ihr Futter erarbeiten, das lernen schon die Kälber von klein auf, das ist artgerecht und hält die Tiere gesund. Nur im Winter bleiben sie im Stall, da auf der Weide nicht genug Gras wächst. Dann bekommen sie neben Heu auch mal Reste aus der Nachbarschaft, z.B. kleine, nicht verkäufliche Kartoffeln oder Karotten oder die Pressrückstände von der Apfelsaftherstellung vom Nachbarn. Regionaler geht es nicht! Die Weidekühe geben etwas weniger Milch als konventionell gehaltene Kühe, aber sie kosten auch weniger und sie leben länger. Die Futterkosten liegen bei ca. 1,20 € pro Tag statt bei 6 – 7 € wie in der Stallhaltung. Da weniger Maschineneinsatz nötig ist, entstehen weniger Kosten für Diesel. Die Tierarztkosten sind deutlich niedriger, so gibt es z.B. bei Weidetieren praktisch keine Huferkrankungen. Auch für die Umwelt ist die Weidehaltung von Vorteil. Weiden sind CO2 Speicher, sie bieten Lebensraum für Pflanzen, Insekten und Vögel und sie tragen zum Erhalt der Kulturlandschaft bei.
Wenn ein Tier geschlachtet werden muss, fahren Markus und Rita sie selbst zum Schlachter in der Nähe und sorgen dafür, dass das möglichst stressfrei für die Tiere ist.
Milchkühe zu halten ist arbeitsintensiv, aber Markus Dillinger betont, dass der Arbeitsaufwand bei den Weidekühen deutlich niedriger ist.
Nach dem gemeinsamen Besuch auf der Weide gab es noch Kaffee und Kuchen am Hof und wir konnten die Milch kosten und die Rindersalami, welche die Dillinger herstellen und verkaufen. Auch Fleisch verkaufen sie, wenn mal wieder eine Kuh geschlachtet werden musste. Alles wird verwertet. Gut abgehangen sei das Fleisch eine Delikatesse.